Samstag, 20. August 2011

Taxi zum Turm der Türme

Die Reiseorganisation ließ gestern und heute etwas zu wünschen übrig, um 9 Uhr morgens wissen wir noch immer nicht, wann wir gegen Mittag zum Airport gebracht werden sollen. Und wir wollen doch noch den Burj (sprich: Burtsch) Khalifa, das höchste Gebäude der Welt, aus der Nähe sehen. Sowie gleich daneben die Mall mit ihrem Riesen-Aquarium.

Endlich meldet sich die Agentur, uns bleiben knapp 2 Stunden Zeit.

Also rasch ein Taxi gerufen, denn Taxen sind in Dubai relativ preiswert. Für 25 Dirham, umgerechnet 5 Euro, käme man zuhause gerade einmal um den Block, hier reicht es für quer durch die halbe Stadt, und wir teilen auch noch durch vier.

Und dann steht er vor uns, schlank, silbrig glitzernd ... und viel zu hoch für ein Foto. Man könnte den Eiffelturm oben auf das Empire State Building stellen, es reichte trotzdem nicht. Bei unserem nächsten Dubai-Besuch wollen wir hinauf, heute ist die Zeit zu knapp.

Das Einkaufszentrum, angenehm kühl, hat vier Etagen voller schicker Läden und Restaurants. Aber wo in dem weitläufigen Bau ist denn nun das Aquarium?

Wir finden es. Die Glasscheiben, in der sich die Ladenfronten spiegeln, erstrecken sich über drei Etagen ... Schaufensterbummel für Rochen und Hai. Man könnte durch den Glastunnel laufen oder sich in einen Taucheranzug werfen, aber unser Flugzeug wartet nicht.

An der Sicherheitskontrolle gibt es Ärger, meine Akkus im Handgepäck dürfen nicht mit ins Flugzeug, obwohl sie bisher noch bei keinem Flug beanstandet wurden. Trotz heftigem Protest meinerseits (ich hätte ja noch einmal zum Schalter gehen und den Bordkoffer aufgeben können) werden sie in die große Mülltonne entsorgt. Ein gleichartiges Akkupaket in der Fototasche darf jedoch passieren. Reine Willkür.

Nun sitzen wir im Zug nach Nürnberg, aber der Traum, endlich einmal pünktlich dort anzukommen, wird sich auch heute nicht erfüllen. Wir haben 30 Minuten Verspätung, ließ der Schaffner schon des öfteren verlauten. Und nun haben wir auch noch eine technische Störung an der Lok.

Und überhaupt kommen wir ja aus einem Land, das bei der Einreise nach Deutschland strengste Sicherheitskontrollen rechtfertigt, eine Paßkontrolle gleich beim Verlassen des Flugzeugs, der ein Stück weiter die zweite folgt, diesmal mit einer dreiviertel Stunde Schlangestehen. Wenigstens liegt unser Gepäck zwischenzeitlich auf dem Band, denken wir, aber weit gefehlt: Frankfurt braucht dafür länger als eine Stunde. Da stört es dann auch nicht, daß man sich durch die Wartenden zu jedem der fünf Bänder vorarbeiten muß, weil die Schrift auf der Infotafel so winzig ist.

In Eile verabschieden wir uns von den Mitreisenden und erreichen mit Hängen und Würgen gerade noch unseren Zug.

Freitag, 19. August 2011

Kamelfarm im Nirgendwo

Ausländer dürfen in den Emiraten kein Land besitzen. In meinen Schuhen hat sich allerhand Wüstensand angesammelt, ich sollte ihn also wohl besser hier lassen.

Hier heißt in diesem Fall, auf einer Kamelfarm im Nirgendwo. Hinter uns liegen etliche Kilometer Sanddünen. Endlich wissen wir jetzt, wozu ein Geländewagen fähig ist, wenn ihm das passende Gelände unter die Räder kommt: auf dem Kamm einer Düne von Schräglage rechts nach Schräglage links, mit Vollgas und Anlauf den Steilhang hinauf und drüben ebenso steil wieder hinab, der Sand praselt von außen an die Scheiben, und wir sind heilfroh um die Sicherheitsgurte, die uns am Sitz festhalten. Was für eine Fahrt!

Einen Augenblick lang genießen wir, während die Motoren abkühlen, den Zauber der Dünenlandschaft im Abendlicht, dann erreichen wir die feste Straße. Vierspurig, ohne Pfosten und Leitplanken, eine Nebenstraße also. Die Kamelfarm liegt wiederum etwas abseits, aber dieses Mal ist das Gelände deutlich harmloser.

Kamelreiten gefällig? Immer zwei Personen dürfen das liegende, unwillig vor sich hin brummende Tier besteigen, und auf Kommando erhebt es sich. Zuerst hinten, dann vorne, die Sättel sind aber so konstruiert, daß die Reiter bei diesem Manöver weder nach vorne noch nach hinten herabfallen können. Der Kamelführer indes geht voran, die drei Tiere folgen ihm. Dann kommt das Kommando zum Hinlegen. Das Tier knickt zuerst vorne ein, Festhalten am Sattel ist angesagt, dann hinten, bis es schließlich im Liegen die passende Höhe zum Absteigen hat.

Inzwischen ist die Sonne als glutroter Ball versunken, und wir dürfen auf den Sitzkissen vor den niedrigen Tischen Platz nehmen, am besten im Schneidersitz. Drüben unter dem Zeltdack warten leckere orientalische Speisen zuhauf, man möchte gar nicht mehr aufhören zu essen.

Was für ein erlebnisreicher Tag.

Donnerstag, 18. August 2011

Wolkenkratzer am Golf

Unser Busfahrer bringt uns auf die Palme. Nein, nicht durch ungebührliches Verhalten. Es geht um die Palm Jumeira, eine künstliche Insel in Form einer Palme.

Wir sind nämlich inzwischen in Dubai, der letzten Station unserer Reise, angelangt.

Der Stamm und die Wedel der Palmeninsel sind mit Wohnhäusern bebaut, zwischen denen eine Einschienenbahn verkehrt. Auf dem Außenkreis der Insel steht das Atlantis Hotel, ein architektonisches Juwel. Und es ist nicht das einzige hier.

Wir kommen durch ein Stadtviertel mit modernen Wolkenkratzern. Was fehlt sind die engen Straßenschluchten, wie man sie aus New York kennt. Es gibt auch keine Altbauten hier, die Häuser aus Glas und Stahl konkurrieren um das futuristischste Design, und die röhrenförmigen Metro-Stationen dazwischen stehen ihnen in nichts nach.

Ein architektonischer Superlativ ist auch das Burj Al Arab, ein Bauwerk in der Gestalt eines Segelschiffs und das weltweit erste 7-Sterne-Hotel. Es dürfen allerdings keine Besucher hinein, nur Hotel- und Restaurantgäste.

Und dann wäre da noch der Skihang samt Schlepplift. Skilaufen mitten in der Wüste? Die Skihalle ist gut gekühlt und der Schnee hinreichend echt. Schneekanonen halt. Das Treiben auf der Piste hat aber noch nicht begonnen an diesem Morgen, durch die Glasscheiben sehen wir lediglich ein paar Bedienstete in kälteresistenter Kluft herumstapfen.

Bereits gestern hatten wir das Vergnügen einer Bootsfahrt auf dem Fluß, der aber keiner ist, denn auch er wurde künstlich angelegt, was ihm aber nicht anzumerken ist. Nachdem wir an zwei Tischen im Inneren des klimatisierten Schiffes Platz genommen haben, denn draußen ist es auch nachts brüllend heiß, dauert es noch eine ganze Stunde, bis auch die letzten Gäste eingetroffen sind. Fassungslos nehmen wir zur Kenntnis, daß sie dann vor uns ans Buffet gebeten werden. Aber es ist genug für alle da, und es schmeckt vorzüglich.

Für heute nachmittag ist eine Wüstensafari angesagt, um 15 Uhr sollen wir abgeholt werden.

Dienstag, 16. August 2011

Die Hauptstadtinsel

Ein besonderes Faszinosum der Malediven sind die unsichtbaren Inseln. Auf unserer Halbtagestour zur Inselhauptstadt Male kommen wir an einigen dieser Gebilde vorbei. Sie reichen bis knapp unter die Meeresoberfläche, wie unschwer an der Farbe des Wassers zu erkennen ist. Oder an den sich ringsum brechenden Wellen. Man könnte hier, meilenweit von der nächsten Insel entfernt, bequem stehen. Oder einen Wasserbungalow bauen.

Male selbst ist ein quirliges Städtchen mit engen Straßen und vielen kleinen Läden. Für Grünflächen ist kaum noch Platz, und doch prägen ausladende, Schatten spendende Bäume das Straßenbild. Aber wozu nur braucht man auf einer Insel, die gerade einmal 5 Kilometer lang und 3 Kilometer breit ist, so viele Autos? Und wo parken die alle?

Wir kommen an einem Fischmarkt vorbei. Hier liegen sie, die noch vor kurzem munter durchs Wasser schwammen, sortiert und aufgereiht, einer neben dem anderen. Gegenüber legen die hölzernen Frachtschiffe ab, die die kleineren Inseln versorgen.

Auf unserer eigenen Insel umschwappt die Flut jetzt wieder die Beine der hölzernen Liegen. Aber die Arbeiter haben bereits Rohre herbeigeschafft, mit denen sie in den nächsten Tagen ein Sand-Wasser-Gemisch heranpumpen werden. Das Wasser läuft ab, der Sand bleibt liegen, und die Bungalows sind gerettet.

Ich glaube nicht, daß den Inseln bei steigendem Meeresspiegel die Überflutung droht. Bei höherem Wasserstand würde auch der Sand höher aufgeworfen, und alles wäre wieder wie zuvor. Eine viel größere Gefahr geht von den Tsunamis aus. Sie überfluten und versalzen das Grundwasser der Inseln, deren Bevölkerung dann auf Jahrzehnte hinaus mit Tankschiffen versorgt werden muß.

Sonntag, 14. August 2011

Island Hopping

Die Malediven sind ein Gebirge im Meer. Weil die Korallen aber nur im Wasser leben können, enden die Riffe knapp unter der Oberfläche. Bei anderen wiederum hat die Strömung den Sand an einer Stelle zusammengetragen und hochgeworfen, so daß etwas darauf stehen kann, eine Palme zum Beispiel oder ein Hotel.

Wir steuern mit anderen Touristen die verschiedenen Inseln der Umgebung in einem Holzboot an und halten quasi für ganz Europa die Fahne hoch, denn alle anderen Fahrgäste sind Asiaten.

Die Fahrt mit dem typischen Holzboot führt an einer Insel mit drei Palmen vorbei und an einer, die von Wasserbungalows umgeben ist. So ein Bungalow steht auf Pfählen in der Flachwasserzone und ist meistens per Holzsteg, manchmal aber auch nur mit dem Boot erreichbar. Ziel unserer ersten Überfahrt ist eine von Einheimischen bewohnte Insel. 800 Menschen leben hier, es gibt eine Polizeistation, eine Moschee, eine Schule, viele neugierige Gesichter ... und einen großen Souvenirshop.

Das nächste Ziel, das wir ansteuern, heißt Bandos Island, die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Wie auf unserer Heimatinsel reiht sich auch hier Bungalow an Bungalow, einige davon sehen aus, als käme im nächsten Moment Papa Schlumpf um die Ecke gebogen: kreisrund und mit kuppelförmigem Strohdach, in das ein kleiner Balkon eingeschnitten ist.

Und dann ist es so weit, wir erreichen die unbewohnte Badeinsel, wo die Schiffsmannschaft ein Barbecue vorbereitet hat. Im maledivischen Freibad ist nicht das Wasser in der Mitte und die Liegewiese außen herum, sondern umgekehrt.

Wir machen Bekanntschaft mit einer Strandkrabbe, die ein bleistiftdickes Loch bewohnt und fleißig Sand herausschafft. Gleich nebenan ist ein Loch, in das ich bequem meinen Unterarm stecken könnte. Das hätte der sechsbeinige Besitzer, der wenig später aus dem Unterholz gestakt kommt, aber sicher nicht gerne gesehen, und seine Scheren sehen recht kräftig aus.

Als am späten Nachmittag ein Regenschauer heraufzieht, verlassen wir unsere Robinson-Crusoe-Insel und genießen den Abend am Bungalow-Strand.

Freitag, 12. August 2011

Paradise Island

Unsere Hotelinsel ist 900 Meter lang und 200 Meter breit, gehört also schon zu den größeren der insgesamt 1500 Malediven-Inseln. Wenn die Maledivier einen Flughafen bauen, ragt die Landebahn ein gutes Stück ins Meer hinaus – auf beiden Seiten!

Der Flughafen ist sehr übersichtlich, und schon kurze Zeit nach der Landung werden wir samt den Koffern auf ein Schnellboot verfrachtet und zum Paradise Island gebracht, eine gute halbe Stunde dauert die Überfahrt.

Wir bewohnen Bungalow 203. Wenn wir zur Terrassentür hinausgehen, schwimmen uns fast schon die Fische um die Füße, denn es sind nur ein paar Schritte bis zur türkisgrünen Lagune. Eine Palme spendet angenehmen Schatten, denn denn die Luft ist warm und feucht wie in einem Gewächshaus. Prompt gedeihen hier tropische Orchideen zuhauf.

Ein Schneckenhaus bewegt sich über den Sand. Und noch eines. Es sind aber keine Schnecken, sondern Einsiedlerkrebse, quasi die Holländer unter den Krustentieren, denn sie führen jeder ein Haus mit sich. Hebt man es hoch, ziehen sie sich erschrocken ins Innere zurück, um dann aus der Deckung heraus, die Stielaugen aufmerksam aufgerichtet, mit Beinen und Scheren nach dem Störenfried zu tasten. Es gibt sie in allen Größen, die kleinsten erreichen kaum Ameisengröße. Und da das fremde Gehäuse natürlich nicht mitwächst, ziehen sie von Zeit zu Zeit in ein größeres um.

Hier läßt es sich aushalten.

Donnerstag, 11. August 2011

Stelzenfischer

Sie rammen einen Pfahl in den Meeresgrund und setzen sich auf einen Querbalken, um zu angeln. Deshalb nennt man sie Stelzenfischer und stellt sie auf Wandbildern und Postkarten als typisch für die Insel dar.

Es gibt aber keine Stelzenfischer mehr, mit einer Ausnahme: immer wenn sich ein Touristenbus nähert, springen sie wie von der Tarantel gestochen aus ihrer Strohhütte, klettern auf ihren Pfahl und tun, als ob sie angelten. Mit einer Rute, an der überhaupt keine Angelschnur ist. Es ist ja auch nur für die Fotografen. Kaum haben alle ihr Bild, klettern die beiden Männer auch schon wieder ans Ufer und halten die Hand auf. Stelzenfischerei anno 2011.

An ein anderes Datum erinnern die zahllosen Hausruinen entlang der Straße, Spuren des Tsunami von 2004. Mehrere tausend Menschen verloren ihr Leben.

Gegen Mittag erreichen wir das Tangerine Beach Hotel, wo sich die Wege trennen, denn einige Teilnehmer verbringen ihre Verlängerungswoche hier. Wir anderen fahren noch eine Stunde weiter, dann heißt es auch von jenen Abschied nehmen, die morgen nach Hause fliegen und im Mount Lavinia ihre letzte Nacht verbringen. Und natürlich von Lala, dem Reiseführer.

Für uns Malediven-Verlängerer geht es nun 2 Stunden im Kleinbus quer durch die Hauptstadt Colombo. Was für ein mörderischer Verkehr hier! Aber wir schaffen es.

Mittwoch, 10. August 2011

Elefantenwege

Sei bloß vorsichtig, weißer Vogel. Der Baumstamm neben Dir hat Augen und vorne viele scharfe Zähne. Aber dem Vogel passiert nichts, anscheinend hat das Krokodil morgens kurz nach 6 Uhr noch keinen Hunger.

So früh mußten wir nämlich heute morgen am Eingang zum Nationalpark sein, wo wir auf 3 Jeeps umverteilt wurden. Und dann geht es los, über abenteuerliche Wege mit tiefen Löchern, so daß wir ordentlich durchgeschaukelt werden.

Elephant!, ruft plötzlich der Ranger, der hinten auf der Plattform mitfährt, und deutet in eine Richtung. Man sieht leider nur einen Rücken und ein paar sich bewegende Ohren, denn Gras und Büsche sind hoch an diese Stelle.

Deutlich einfacher ist die Beobachtung der Wasserbüffel. Man sieht nur den Kopf aus dem Wasser ragen, zwei krumme Hörner, zwei Ohren und ein Maul mit Zähnen, die in wiederkäuender Bewegung regelmäßig aufblitzen.

Und da, ein Geier auf einem dürren Baumstamm. Am nächsten Wasserloch ein Marabu. Eine Gruppe Nashornvögel. Ein Adler im Gebüsch. Die Ranger sehen ihn, die Safarigäste nicht. Kurzerhand kommt das Tier ein Stück näher.

Und immer wieder Elefanten. Zwei Tiere kommen direkt auf den Jeep zu. Zwei? Nein, sie haben ein Kleines dabei! Ganze 5 Tage alt ist der süße Racker, sagen die Ranger. Nur wenige Meter hinter dem Jeep queren sie die Straße.

Als letztes Tier der Rundfahrt grüßt noch ein Raubvogel, dessen Federhaube im Wind flattert, von einem hohen Baum herab. Ein Haubenadler.

Wir steigen wieder in den gelben Reisebus um und lassen uns zum Wallfahrtsort Kataragama bringen. Hier werden gerade die Glocken geläutet, und es stehen zahllose Menschen mit Opfergaben vor dem Tempel, die Warteschlange reicht um den ganzen Gebäudekomplex herum. Die Hindus, deren Gottheiten aussehen wie einem Jahrmarkt entsprungen, dürfen ihre Obstschalen nach der Opferung wieder mitnehmen und selber essen. Deshalb gibt es hier auch keine Affen.

Sehr wohl aber einen Buddha-Altar, Tür an Tür mit der vielarmigen grünhäutigen Hindu-Gottheit. Schön, wenn die Religionen sich gegenseitig so tolerieren.

Dienstag, 9. August 2011

Lankanisch Kochen

Wie werden eigentlich all die würzigen Speisen zubereitet, die wir an diesem Land so schätzen? Heute sollen wir es erfahren, denn es ist Kochen für alle angesagt.

Die Zutaten liegen im Freien auf drei Tischen bereit. Aber wie bearbeitet man eine handballgroße Brotfrucht? Eine Bittergurke? Oder gar eine Kokosnuß? Was muß geschält werden, was nicht? Unter fachlicher Anleitung des Chefkochs und seiner beiden Gehilfen kommen die 40 fleißigen Hände zügig voran, allein die in Scheiben geschnittenen Bittergurken müssen lange frittiert werden, schmecken dann aber sehr lecker. Die Kokosnuß wird mittels einer Handraspel ihres Fruchtfleisches entledigt, worauf dasselbe von Hand ausgepreßt und der milchige Saft zu den Brotfruchtwürfeln gegeben wird. Gekocht wird schließlich in handgefertigten Tontöpfen.

Und dann dürfen wir endlich alle Platz nehmen und das Resultat unserer Arbeit genießen, ehe wir schließlich zur nächsten Station unserer Reise aufbrechen.

Vorbei an einem Aussichtspunkt und auf einer abenteuerlichen Straße geht es nun aus dem Gebirge hinunter ins Tiefland, vorbei an einem eindrucksvollen Wasserfall, wo die Einheimischen ihrer Körperpflege nachgehen, denn Duschen oder gar Badewannen haben sie nicht in ihren Häusern.

Unten in der Ebene fahren wir einige Kilometer am Nationalpark entlang. Man hat Elektrozäune gebaut, damit die Elefanten nicht die Straße überqueren und drüben die Zuckerrohrplantagen verwüsten.

Steht da nicht ein Elefant am Straßenrand? Tatsächlich, ein wild lebender Elefant angelt sich mit dem Rüssel eine bereitgelegte Melone unter dem Zaun hindurch und verspeist sie. Die Frau an der Straße hat noch mehr davon, wir bezahlen ihr eine und dürfen das Schauspiel ein zweites Mal erleben. Dann kommt eine zweite Person mit Bananen, die Geschäftstüchtigkeit der Singhalesen ist bewundernswert.

In Embilipitiya beziehen wirdas einzige Touristenhotel weit und breit. Morgen werden wir ganz früh in den Nationalpark aufbrechen.

Kochen

Wie werden eigentlich all die würzigen Speisen zubereitet, die wir an diesem Land so schätzen? Heute sollen wir es erfahren, denn es ist Kochen für alle angesagt.

Die Zutaten liegen im Freien auf drei Tischen bereit. Aber wie bearbeitet man eine handballgroße Brotfrucht? Eine Bittergurke? Oder gar eine Kokosnuß? Was muß geschält werden, was nicht? Unter fachlicher Anleitung des Chefkochs und seiner beiden Gehilfen kommen die 40 fleißigen Hände zügig voran, allein die in Scheiben geschnittenen Bittergurken müssen lange frittiert werden, schmecken dann aber sehr lecker. Die Kokosnuß wird mittels einer Handraspel ihres Fruchtfleisches entledigt, worauf dasselbe von Hand ausgepreßt und der milchige Saft zu den Brotfruchtwürfeln gegeben wird. Gekocht wird schließlich in handgefertigten Tontöpfen.

Und dann dürfen wir endlich alle Platz nehmen und das Resultat unserer Arbeit genießen, ehe wir schließlich zur nächsten Station unserer Reise aufbrechen.

Vorbei an einem Aussichtspunkt und auf einer abenteuerlichen Straße geht es nun aus dem Gebirge hinunter ins Tiefland, vorbei an einem eindrucksvollen Wasserfall, wo die Einheimischen ihrer Körperpflege nachgehen, denn Duschen oder gar Badewannen haben sie nicht in ihren Häusern.

Unten in der Ebene fahren wir einige Kilometer am Nationalpark entlang. Man hat Elektrozäune gebaut, damit die Elefanten nicht die Straße überqueren und drüben die Zuckerrohrplantagen verwüsten.

Steht da nicht ein Elefant am Straßenrand? Tatsächlich, ein wild lebender Elefant angelt sich mit dem Rüssel eine bereitgelegte Melone unter dem Zaun hindurch und verspeist sie. Die Frau an der Straße hat noch mehr davon, wir bezahlen ihr eine und dürfen das Schauspiel ein zweites Mal erleben. Dann kommt eine zweite Person mit Bananen, die Geschäftstüchtigkeit der Singhalesen ist bewundernswert.

In Embilipitiya beziehen wirdas einzige Touristenhotel weit und breit. Morgen werden wir ganz früh in den Nationalpark aufbrechen.

Montag, 8. August 2011

Zum Tee, bitte

Endlich Teeplantagen – immerhin hieß dieses Land bis vor wenigen Jahrzehnten noch Ceylon. Um zu sehen, wie Tee angebaut wird, müssen wir hoch hinauf, denn selbst der Tiefland-Tee gedeiht nur in den tieferen Lagen des Mittelgebirges, und der bessere Hochland-Tee gar nur in Lagen ab 1500 Meter. Hier oben herrscht vermutlich 12 Monate im Jahr Regenzeit, und jetzt ist einer dieser 12 Monate.

Die Teepflanzungen sehen eigentlich wie säuberlich gestutzte Hecken aus, denn alle 10 Tage werden die nachgewachsenen jungen Triebe eingesammelt und in die Teefabrik gebracht, wo sie erst einmal unter Luftzufuhr gewelkt und dann zerkleinert, fermentiert und getrocknet werden, bis sie schließlich, in große Säcke verpackt, das Lager füllen. Leider konnte in den vergangenen Tagen nicht geerntet werden, so daß wir die Maschinen im Stillstand vorfinden. Schade.

Selbstverständlich wird uns eine Kostprobe angeboten. Aber in den frisch gespülten Tassen schwappt noch milchig-trübes Spülwasser, so daß wir dankend verzichten.

Erste Station heute morgen war der berühmte botanische Garten von Kandy mit seinen Bäumen aus aller Herren Länder und seiner Orchideenzucht. Die wichtigsten einheimischen Bäume kennen wir inzwischen: die Muskatnuß, den Zimtbaum und die Bäume mit den riesigen Jakfrüchten, die kürbisgroß direkt am Stamm hängen und nach Kartoffeln schmecken.

In Sri Lanka fährt man übrigens auf der linken Straßenseite, außer wenn gerade wieder abenteuerlich überholt wird. Denn es gilt die Regel: wer hupt, hat Vorfahrt. Auch unübersichtliche Kurven sind kein Hindernis, zweimaliges kräftiges Hupen warnt den eventuellen Gegenverkehr.

Im Städtchen Nuwara Eliya legen wir am frühen Nachmittag noch einen Stopp ein, um durch die Markthalle zu schlendern. Was wird da nicht alles an exotischen Produkten feilgeboten: Curry, Trockenfisch, bekannte und unbekante Früchte, Gemüse, Geflügel sowie natürlich die landestypischen kleinen Bananen.

Sonntag, 7. August 2011

Großer und kleiner Zahn

Das Hotel liegt auf einem Hügel, die Zimmer sind ein japanischer Traum. Ließen wir die breite Schiebetür offen, wir lägen fast im Freien.

Was passiert eigentlich mit einem jungen Elefanten, der keine Mutter mehr hat? Nun, er kommt ins Elefanten-Waisenhaus. Zwei der mehrere Zentner schweren Racker bekommen gerade ihre Milchflasche, 7 Liter, und das dreimal am Tag.

Wenn sie dann größer sind, werden sie Teil der Herde, die weiter oben friedlich auf allerlei tropischem Grünzeug herumkaut. Allein der große Bulle mit den langen Stoßzähnen ist angekettet. Anschließend geht es zum Fluß hinunter. Glücklich, wer als Elefant einen Mahut hat, denn der wäscht und schrubbt sein genüßlich im Wasser liegendes Rüsseltier, das denselbigen lediglich von Zeit zu Zeit heben muß, um Luft zu holen.

Ein ganz anderes für die Insel typisches Tier ist der Flughund. Hunderte hängen wie riesige Fledermäuse kopfüber in einer Baumkrone. Wenn sie sich in die Lüfte erheben, sind sie jedoch kaum von Vögeln zu unterscheiden, so perfekt beherrschen sie die Kunst des Fliegens.

Auch dieser Tag geht natürlich nicht ohne ausgiebige Besichtigung einheimischen Kunsthandwerks ab, heute ist es eine Edelstein-Schleiferei, die uns Einblick in den Abbau und die Verarbeitung von Rubinen, Saphiren und diversen Halbedelsteinen gewährt und gerne das eine oder andere edle Schmuckstück an den Mann bzw. die Frau gebracht hätte, dem Beispiel Prinz Williams folgend.

Ein wertvolles Stück ganz anderer Art wird im sog. Zahntempel aufbewahrt. Im Inneren des innersten Schreins soll sich der linke obere Eckzahn Buddhas befinden. Einmal jährlich wird ihm zu Ehren das Perahera-Fest gefeiert, und zwar genau jetzt. Die ganze Stadt Kandy ist in heller Aufruhr, sämtliche Elefanten der Umgebung nehmen, reich geschmückt und mit Lämpchen behängt, am großen Umzug teil. Auch wir wollen uns das Spektakel ansehen, nach dem Essen.

Samstag, 6. August 2011

Kleine und große Haufen

In unserem Zimmer haust ein Gecko. Das an sich gern gesehene, weil Ungeziefer vertilgende Tier hat sich jedoch eine Stelle direkt über meinem Bett zur Toilette erkoren – alle 6 Stunden ein frisches Häufchen.

Deutlich größere Haufen hinterläßt das Tier, das hierzulande als Pferd eingesetzt wird. So ein indischer Elefant wäre mit einem einzelnen Reiter völlig unterfordert. Auf seinem starken Rücken finden bis zu 5 Platz, der Mahud und vier Gäste. Einige Teilnehmer aus unserer Reisegruppe wollen es wissen und erklimmen zunächst eine hölzerne Plattform, von der sie, nachdem der Elefant mit dem Kopf darunter geführt wurde, auf die Rückentrage umsteigen, zwei lassen ihre Beine zur Linken hinunter baumeln und zwei zur Rechten. Dann geht es den Feldweg hinunter zum Badeplatz.

Uns tun die Elefanten leid, und so vertreiben wir uns die Zeit lieber am Seeufer, wo Lotosblüten und allerlei Vögel unsere Aufmerksamkeit fesseln.

Heute stehen die Höhlentempel von Dambulla auf dem Programm. Unter einem überhängenden Felsen sind durch Abmauerung geschlossene Räume entstanden, in derem Inneren sich Buddhafigur am Buddhafigur reiht. Der liegende Buddha in der ersten Höhle ist sehr alt und hat geblümte Fußsohlen. Die nachfolgenden Tempel sind deutlich geräumiger, hier stehen Dutzende prachtvoller Figuren unter einer ebenso prachtvoll bemalten Höhlendecke und erwarten Opfergaben.

Nutznießer des religiösen Brauchtums sind jedoch vor allem die Affen, die sich in großer Zahl auf den Plätzen und Treppen tummeln, in Erwartung des einen oder anderen Leckerbissens, den der Buddha ihnen übrig läßt.

Wer wäre nicht schon das eine oder andere Mal dorthin geschickt worden, wo der Pfeffer wächst? Wir kennen die Stelle jetzt aus eigener Anschauung. Und es ist nicht nur Pfeffer, der hier im Gewürzgarten angebaut wird, auch der Geruch von Sandelholz, frischem Zimt, Kardamom und Muskatnuß erfreut neugierige Touristennasen. Die Vanille-Orchidee zeigt sich leider nur im Grün ihrer Blätter.

Dann dürfen wir auf hölzernen Bänken Platz nehmen, um noch allerlei Düfte auf der eigenen Haut zu erproben. Zuerst nur einen Tupfen auf dem Handrücken, dann im Gesicht, und schließlich wird gar der ganze Oberkörper mit duftenden Essenzen eingerieben. Was für ein Erlebnis. Natürlich erwarten die Masseure ein gutes Trinkgeld, so macht man in Sri Lanka Geschäfte.

Freitag, 5. August 2011

Water, Cola, Elephant?

Wie wichtig eine Sehenswürdigkeit ist, zeigt sich sofort an der Zahl der fliegenden Händler, die den Bus belagern. Postkarten, Landkarten, Schnitzwerk, allerlei Schmuck, Spielzeug, und dann das ganze nochmal von vorne ... Polonnaruwa muß wirklich sehr bedeutend sein.

Ist es auch. Es ist die Palastanlage zweier Könige aus dem 12. Jahrhundert. Über mehrere Quadratkilometern verteilt finden sich hier die Mauerreste von Palästen, deren obere Stockwerke in Holz gebaut waren, wie die Löcher im Ziegelmauerwerk verraten. Noch interessanter sind freilich die verschiedenen Buddha-Tempel, die selbstverständlich immer nur ohne Schuhwerk betreten werden dürfen, selbst wenn von der gemauerten Statue nur noch Rumpf und Füße übrig sind. Es ist auch nicht statthaft, der Figur den Rücken zuzuwenden.

In einer anderen halb zerfallenen Anlage ist der Buddha noch in einem erstaunlich guten Zustand. Er hält einen Kranz frischer Blumen in seinen Händen.

Die eindrucksvollsten und schönsten Figuren aber sind an einer anderen Stelle direkt in den gewachsenen Fels gemeißelt ... und der Sand vor diesem Heiligtum ist glühend heiß. Entsprechend begehrt sind die wenigen Schattenplätze.

Neben einem Wasserbecken, dessen Ummauerung mit allerlei Löwen- und Elefantenreliefs verziert ist, treffen wir einen Mann, der Nüsse in grüne Blätter wickelt. Es ist Betel, eine Droge, die von einigen Einheimischen gekaut wird und süchtig macht. Auf dem Weg zum Hotel halten wir noch an einer Schnitzwerkstatt, wo große und kleine Kunstwerke auf zahrungskräftige Kundschaft warten.

Nicht zu vergessen die Begegnung mit den Waranen heute morgen. Ein Mann lockt sie mit Fischabfällen an eine touristenfreundliche Stelle, wo sie züngelnd aus dem Wasser steigen, um zu fressen und sich dabei ablichten zu lassen.

Donnerstag, 4. August 2011

Den Löwen besteigen

Der Weg zur Weisheit ist mit Granitsteinen gepflastert und führt durch einen Urwald, der jetzt in der Trockenzeit so gar nicht nach Dschungel aussieht, denn es ist alles staubtrocken hier – sogar die Flußläufe, die wir mit den Geländewagen überqueren, denn der Bus kommt hier nicht durch.

Vor langer Zeit lebte hier ein Eremit, dann bauten buddhistische Mönche ein Kloster samt Badeplatz und Bibliothek. Die sorgsam behauenen Steine haben sich erhalten und werden liebevoll wieder zusammengefügt, so daß man die ehemaligen Gebäude zumindest erahnen kann.

Stellenweise sind die Wege so breit und komfortabel wie einst, dann wieder heißt es über Stock und Stein klettern, vorbei an Bäumen mit Brettwurzeln oder solchen, die sich meterweit über den Boden schlängeln. Auch hier gibt es Affen, aber nicht so viele wie gestern bei den Pagoden.

Unser eigentliches Tagesziel aber ist der Löwenfelsen, ein riesiger Steinklotz, der schon von weitem sichtbar ist. Es soll dort oben Felsmalereien geben, also machen wir uns auf den langen Weg dort hinauf. Zunächst überqueren wir einen breiten Wassergraben. Vorhin haben wir in diesem Graben ein Krokodil erspäht, hier aber besteht keine Gefahr. Der Weg führt durch ein Gelände, das mit seinen Mäuerchen und Teichen eine wunderschöne Gartenlandschaft abgäbe, wäre nicht alles so brottrocken hier.

Je näher wir dem großen Steinklotz kommen, desto länger und steiler werden die Treppen. Zuletzt geht es gar eine enge eiserne Wendeltreppe hinauf, dann treten wir unter den Überhang mit den berühmten Wolkenmädchen. Eine barbusige Schönheit neben der anderen fesselt durch ihren prächtigen Erhaltungszustand, denn diese Fresken sind immerhin eineinhalbtausend Jahre alt. Weiter unten haben die Mönche alles weggekratzt, aber diese Stelle hoch oben im Fels war ihnen unzugänglich.

Und der luftige Steg geht noch weiter! Wir erreichen einen Platz, wo zwei riesige gemauerte Löwenpranken aus dem Felsen ragen. Und dazwischen, man glaubt es kaum, führt eine Himmelsleiter noch weiter hinauf. Einst hatte der Löwe auch einen Kopf, und die Besucher durchschritten zunächst das riesige Maul, ehe sie sich an den schwindelnd-luftigen Aufstieg wagen konnten, denn Eisentreppen gab es noch nicht. Dennoch ist es auch heute noch ein Abenteuer nur für Schwindelfreie.

Der Felsen ist oben erstaunlich geräumig, es gibt sogar einige große, in den Fels gehauene Wasserbecken. Und es weht ein kräftiger Wind da oben.

Vom Treppensteigen ermüdet kehren wir zum Bus zurück und fahren unserem Hotel entgegen, als der Reiseleiter plötzlich ausruft: da vorne steht ein Elefant am Straßenrand! Und als hätte das Rüsseltier nur auf das Anhalten des Busses gewartet, setzt es sich in Bewegung, hinter sich im Schlepptau eine ganze Herde, große kleine und ganz kleine Tiere, 14 an der Zahl. Welch ein Erlebnis.

Mittwoch, 3. August 2011

Barfuß ums Heiligste

In den Tempelbezirken heißt es: Schuhe ausziehen. Für uns Europäer kein Problem, so lange glatte Fliesen unseren Fußsohlen schmeicheln. Hier aber geht es über Stock und Stein hinauf auf den Felsen, an dessen höchstem Punkt eine weiße Pagode thront. Und es gibt überall Affen, kleine Kapuzineräffchen mit frechem Haarschnitt, und dazwischen noch kleinere Babys, die sich an die Bäuche ihrer Mütter klammern.

An uns klammert sich ein selbst ernannter Führer. Er schaut mit mir durch den Sucher der Kamera, hilft der Liebsten über jede Treppenstufe, erklärt was wir gar nicht erklärt haben wollen, und weicht nicht eine Sekunde von unserer Seite. Natürlich nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern um von den Touristen am Ende ein paar Euros einzufordern für seine Dienste. Zu viele, wie wir meinen. Eine Ziegelei-Arbeiterin verdient 700 Rupien pro Tag, ihm sind 300 für eine halbe Stunde Herumführen noch zu wenig.

Unvergeßlich aber der Aufstieg auf den höchsten Felsen. Barfuß, wohlgemerkt. Eingereiht zwischen kichernden kaffeebraunen Schulmädchen und zahnlosen alten Weibchen gelange ich schließlich nach oben, wo viele bunte Fähnchen wehen. Die Liebste, deren Füße schmerzen, wird derweilen wider Willen beaufsichtigt.

Bunte Fahnen und allerlei Wunschwimpel wehen auch an den Bo-Bäumen der anderen Stupas, die wir besichtigen. Und stets heißt es: Schuhe ausziehen. Mögen die Fußbodenplatten auch noch so glühen in der Tropensonne.

Die Pagoden sind massiv, ein Inneres das man besichtigen könnte existiert nicht. So bleibt es meistens bei der bewundernden Umrundung, denn es handelt sich um Gebäude von beträchtlichem Ausmaß. Und bei gegenseitigen Sympathiebekundungen zwischen weiß uniformierten, Lotosblüten haltenden Schulkindern und den europäischen Touristen mit ihren für hiesige Verhältnisse sicher beeindruckenden Körpermerkmalen.

Der große Buddha hatte seine Erleuchtung unter einem Bo-Baum, daher verehrt man diese Bäume und pflanzt neben jede Pagode einen Ableger des "Ficus religiosa". Als ob es für den Glaubensinhalt eine Rolle spielte, unter welcher Art von Baum er einst dem großen Lehrer in den Sinn kam.

Dienstag, 2. August 2011

Fisch, mal naß und mal trocken

Wie nennt man eigentlich die Einwohner Sri Lankas? Srilankesen vielleicht? Oder Srilankaner? Unser Reiseführer ist Singalese, sagt er. Die Singalesen stellen die Mehrheit der Bevölkerung, und die meisten von ihnen sind Buddhisten. Es gibt aber auch Christen hier: unser erster Stopp in Negombo, wo auch unser Hotel steht, gilt einer katholische Kirche mit bunten Glasfenstern und ebenso bunten Heiligenfiguren. Nach einem Rundgang vorbei am Hafen und durch die lebhaften Gassen dürfen wir den langen Tag beim Abendbuffet ausklingen lassen.

Für den kommenden Morgen steht ein Besuch auf dem Fischmarkt an. Was da so alles angeboten wird, von den kleinsten Heringen bis zum wuchtigen Thunfisch. Eine Spezialität des Landes ist Trockenfisch, die silbrigen Leiber werden aus den Netzen zuerst in Körbe geschüttelt und dann ein Stück abseits zum Trocknen ausgebreitet. Später werden sie dann in Pappkartons verpackt und abtransportiert.

Angesagtestes Verkehrsmittel hierzulande ist das Tuk-Tuk, die motorisierte Form der Rikscha. Das dreirädrige Gefährt hat vorne einen Lenker wie ein Roller, jedoch mit Frontscheibe samt Scheibenwischer und einem Verdeck. Im hinteren Teil befindet sich eine Sitzbank.

Wir bevorzugen den Bus, auch wenn der uns erst einmal stehen läßt und die Zentrale einen anderen schicken muß. Der Neue ist gerade mal ein Jahr alt, will heißen: er wurde vor einem Jahr gebraucht importiert. In Sri Lanka wird fast alles gebraucht in Verkehr gebracht, Kühlschränke, Fernseher, sogar Matratzen. Nur die Tuk-Tuks nicht.

Der neue Bus erfährt seine Feuertaufe auf einer längeren Strecke, die uns zunächst an einer Ziegelei und an einer Kokosflechterei vorbei und schließlich ganz nah an die heiligsten Stätten des Buddhismus heranführt. Sie stehen morgen auf dem Programm.

Sonntag, 31. Juli 2011

Lange Wege

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, sagt der chinesische Philosoph Laotse. Gut, daß er den Flughafen in Frankfurt nicht kannte, sonst hätte er von den Irrwegen geschrieben, die der Reisende dort zurücklegen muß, um noch rasch einen Beleg bei der Postbank einzuwerfen: vom ICE-Bahnhof rolltreppauf rolltreppab zum Bus, mit Fahrtziel Terminal 2 und Einchecken. Dann in den Skytrain zum Terminal 1, denn in 2 gibt es keine Post. Das elektronische Auskunftssystem läßt ein Fähnchen blinken, irgendwo inmitten des weitläufigen Grundrisses. Aber wo befinden wir uns gerade, und vor allem, auf welcher Ebene? Nach langem Umherirren und dreimaligem Fragen werden wir schließlich in der unteren Etage fündig. Dann mit dem Skytrain wieder zurück zum anderen Terminal. Warum müssen sich die Fahrgäste im einen Wagen zusammendrängen wie die Heringe, während der zweite Wagen leer mitfährt?

Vor das Boarding haben die Flughafengötter die Sicherheitskontrolle gesetzt. Neu ist, daß nach dem Ablegen aller metallischen Habseligkeiten auf das Förderband die Personenschleuse eine separate Warteschlange hat, sonst hätte ich meine Schuhe mit auf das Band gelegt. Natürlich piepe ich wieder einmal. Es sind die Schuhe, sage ich. Der Kontrolleur weist mich in die Kabine. Soll ich die Schuhe ausziehen? Nein, erstmal abscannen. Meine Füße piepen. Ziehen Sie bitte mal die Schuhe aus. Sag' ich doch die ganze Zeit. Die Schuhe müssen aufs Förderband, und ich muß warten. Derweil werden meine Füße erneut geprüft. Klar, das Metall könnte ja auch anderswo am Fuß sein. Endlich ist alles geheuer, meine Schuhe und ich dürfen passieren. Das nächste Mal reise ich mit Gummistiefeln.

Der Flug war sehr schön, Emirates versorgt seine Gäste gut. Und wenn es draußen dunkel ist, leuchten an der Decke der Boeing 777 Tausende von Sternen, winzige Lichtpunkte, helle und weniger helle, wie in der Natur. Nur der Mond fehlt. Eine schöne Idee ist auch, daß man sich den Blick des Piloten auf den Bildschirm holen kann. Als wir in Dubai zwischenlanden, ist es schon dunkel, und in Colombo später schon wieder heller Vormittag. Wir müssen die Uhr um dreieinhalb Stunden vorstellen. Dreieinhalb. Konnten die sich nicht zwischen zwei Zeitzonen entscheiden, oder wie?

Sonntag, 24. April 2011

Ferientempel


Unser Lieblingsplatz sind die kleinen Vierertische neben der Freiluftbar, ganz am Rande, wo das liebliche Plätschern des Springbrunnens eine entspannte Atmosphäre schafft, die man stundenlang genießen möchte, zumal es weder zu kühl noch zu warm ist und ein angenehmes Lüftchen die langen Palmwedel über unseren Köpfen leise wippen läßt. Und wären da nicht die vielen gelb-weißen Sonnenschirme, man könnte glauben, um 2000 Jahre in eine andere Zeit versetzt worden zu sein, denn allenthalben erheben sich weiße Statuen, anmutig die Frauen, martialisch die Männer. Das Beste von allem aber ist der Speisetempel mit seiner Front aus dorischen Säulen und einem Giebelfries, über dem sich eine bronzene Quadriga erhebt. Abgesehen davon, daß die vornehmen Römer sicher nicht die Wasserbecken ihrer Villengärten durchschwommen hätten und samt ihrer Bediensteten anders gekleidet waren, ist das Ambiete wie geschaffen zum Abschalten, und wir könnten hier wochenlang aushalten.

Zumal wir auch ausgezeichnet verköstigt werden, mit allem was die türkische Küche zu bieten hat, und das dreimal täglich. Nein, eigentlich sogar fünfmal, denn es gäbe ja auch noch den Nachmittagskaffee und den Mitternachts-Imbiß. Am Strand waren wir auch schon, er liegt gegenüber der Schnellstraße und ist, vorbei am bronzenen Denkmal eines römischen Streitwagens, durch eine Unterführung zu erreichen, die innen genauso üppig dekoriert ist wie die Zimmer und Gänge, die Außenfronten und natürlich das Innere des Speisesaals, wo just im Augenblick das Mittagsmahl für uns bereitsteht. Es gibt Hähnchenkeulen und noch allerlei andere Leckereien.

Der Chef, Herr Yetkin, kümmert sich liebevoll um seine Gäste, alle sollen zufrieden sein und sind es auch. Vorgestern wurden wir von ihm durch das Firmenmuseum geführt, es befindet sich über der Rezeption und hat, wen wunderts, die Form eines kleinen römischen Tempelchens.

Dienstag, 4. Januar 2011

Ballspielplatz

Ob sie wirklich Ball gespielt haben auf diesen geheimnisvollen Plätzen, die es bei jeder Maya-Stätte gibt? Die Längsseiten sind von einer hohen Mauer begrenzt, in deren Mitte jeweils ein steinerner Ring angebracht ist. Mußte der Ball durch einen dieser Ringe geworfen werden? Warum sind sie dann nicht zum Feld hin ausgerichtet? Und warum sind sie mal niedrig und mal exterm hoch angebracht? Lassen wir uns bei unserer Interpretation von einer Ähnlichkeit leiten, die rein zufällig ist?

Fest steht, daß der Platz in Chichen Itza eine phantastische Akustik hat: klatscht man in die Hände, sind sieben Echos zu hören. Festzustehen scheint auch, daß hier Menschen geköpft wurden, die Reliefs am Rande des Feldes verraten es. Allerdings werden in unseren Kirchen ja auch keine Menschen ans Kreuz genagelt. Und so bleibt die Erkenntnis, daß die Ballspielplätze ihr Geheimnis wohl niemals preisgeben werden, auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen.

Andere Details zu interpretieren fällt leichter. So hat die Pyramide auf jeder Seite genau 91 Stufen. Die letzte Stufe ist allen Treppen gemeinsam. Vier mal 91 plus 1 sind 365, eine wohl bekannte Zahl, die ganz sicher kein Zufall ist.

Denn die Maya waren exzellente Astronomen und kannten die Abläufe am Himmel sehr genau, wußten Sonnen- und Mondfinsternisse auf Jahrhunderte im voraus zu berechnen. Ein runder Turm, der leider nicht betreten werden darf, wird deshalb als Observatorium gedeutet, auch wenn sich der modernen Forschung noch nicht alle Einzelheiten erschließen.

Wir könnten in diesem Areal noch Stunden zubringen und immer wieder Neues entdecken, Darstellungen von Schlangen etwa oder von Totenschädeln. Aber das Areal füllt sich zusehends mit Menschen, die von den Badeorten herüber kommen und vorwiegend daran interessiert sind, sich selbst in Szene zu setzen. Und wir haben noch einen längeren Weg vor uns.

Bei Tulum treffen wir auf die karibische Küste. Die hiesige Stätte liegt als einzige, die wir kennenlernen durften, direkt am Meer, an einer Stelle wo kein Korallenriff die Ausfahrt der Schiffe behindert.

Hier kommt unsere Tour zum Abschluß. Für morgen steht ein freier Tag am Strand an, dann geht es mit dem Flugzeug zurück nach Mexico City und nach Hause.

Montag, 3. Januar 2011

Jagufanten

Wir stehen in einem mexikanischen Supermarkt, deutlich größer als die meisten, denn es gibt der Kassen vier. Und an allen herrscht totaler Stillstand. Zehn Minuten, zwanzig Minuten. Volle Einkaufswagen, Schlangen murrender Menschen, Personal das sich irgendwelche Fragen zuruft, Kopfschütteln. Es ist die einzige Einkaufsgelegenheit für Getränke weit und breit, wir haben Durst, das gemeinsame Abendessen im Hotel beginnt in zehn Minuten. Entnervt setzen wir den Einkaufskorb irgendwo aus und gehen unverrichteter Dinge von dannen. Das ist Mexiko.

Der gestrige Tag verlief unspektakulär, wir fuhren an der Karibikküste ein Stück nordwärts bis in das Städtchen Campeche, das als Weltkulturerbe mit einem charakteristischen Straßenbild aufwartet. So richtig malerisch wird der Ort jedoch erst, wenn abends alles angestrahlt wird, einschließlich der Kathedrale. Bis es so weit ist, sehen wir den Pelikanen beim Fischen zu: der schwerfällig wirkende Vogel sticht, wenn er einen Fisch erspäht, blitzschnell herab, Wasser spritzt auf, und wenig später sieht man ihn die Beute im Ganzen verschlingend.

Heute standen dann wieder zwei Maya-Stätten auf dem Programm. Die erste bringt uns die Bekanntschaft des Regengottes ein. Das ist eine Figur mit einer Nase, die an einen Elefanten erinnert. Diese Tiere gab es hier nicht, also muß der Rüssel wohl eine andere Bedeutung haben. Und sie hat einen Mund mit gefletschten Zähnen wie bei einem Jaguar. Also nenne ich sie Jagufant.

Die zweite Maya-Stätte ist erstens sehr gut erhalten und zweitens auch sehr ausgedehnt. ihr Name: Uxmal. Die Mexikaner schreiben, wenn sie für einen Laut keinen Buchstabrn haben, einfach ein X. Ausgesprochen wird der Ort "Ugschmal", mit Betonung auf dem A. Und er hat die steilste Pyramide von Mesoamerica.

Und nicht nur das. Hinter und neben dem eindrucksvollen Bauwerk befinden sich weitere, und sämtliche Schaufassaden reich mit "Jagufanten" bestückt. Auch ein Papagei-Motiv entdecken wir, stellenweise ist es kopfüber oder quer eingebaut. Wie Papageien halt so sind. Die Leguane im Gelände liegen alle richtig herum, denn sie sind echt, auch wenn sie exakt die Farbe der Steine annehmen..

In der Begeisterung des Erkundens und Entdeckens vergehen die Stunden wie im Flug, und schon heißt es: Aufbruch nach Merida. Das Städtchen hat ausgedehnte Villenviertel, leider aber liegt das Hotel nicht in einem solchen.

Der Pianist im Speiseraum ist gut, aber das Piano nicht. Und dann spielt er auch noch "Lady in Red". Wir gönnen ihm trotzdem einen Applaus, er kann ja nichts dafür. Wo das Hotel seine fünf Sterne versteckt halt, bleibt uns ein Rätsel.

Samstag, 1. Januar 2011

Mitten im Nirgendwo

Mexiko ist ein großes Land, und so geht es auch am Neujahrsmorgen sehr zeitig los. Das heutige Ziel heißt Calakmul und liegt "in der Mitte vom Nirgendwo".

Unser Reisebus kann hier nicht fahren, wir müssen auf Kleinbusse umsteigen. Reiseleiter Luis hofft, daß er noch einen zweiten organisieren kann, da die Gruppe anderenfalls aufgeteilt werden müßte. Im letzten Moment, die ersten sitzen schon im Shuttle, trifft das zweite Fahrzeug ein.

Und schon geht es auf die schmale Urwaldpiste. Ungläubiges Staunen: 60 Kilometer? Haben die vielleicht das Komma vergessen? Mit vorrückender Zeit macht sich die Erkenntnis breit, daß wir tatsächlich so weit in den Regenwald hinein vorstoßen, der zur Zeit aber eher ein Trockenwald ist.

Die letzten beiden Kilometer gehen wir zu Fuß. Und dann, plötzlich, tauchen sie vor uns auf, die steinernen Riesen, deren größter weit über das Blätterdach aufragt. Außer uns sind kaum andere Touristen hier, und das gibt dem entlegenen Ort etwas Mystisches. Ein Hauch von Entdeckergeist umweht uns, als wir uns aufmachen, die endlosen Treppen hinaufzusteigen. Treppen, die offenbar nicht für menschliche Beine gedacht sind, denn die Stufen sind an die 70 Zentimeter hoch.

Oben angekommen, schweift der Blick über ein Blätterdach, das sich in alle Richtungen bis zum Horizont erstreckt. Mit einer Ausnahme: in einigen hundert Metern Entfernung ragt eine zweite Pyramide empor, wie eine Himmelsleiter, deren unterer Teil im undurchdringlichem Urwald verborgen liegt. Ein Ort wie aus einem Abenteuerroman.

Als wir uns alle satt gesehen haben, besteigen wir die beiden Busse und fahren zurück, wo wir nach über einer Stunde bei Hitze und drangvoller Enge wieder bei unserem Reisebus ankommen, der uns ins nahegelegene Hotel bringt, Hier ist zwar immer noch Nirgendwo, aber mit Internet-Anschluß: eine Infrastruktur, von der in Deutschland so manche ländliche Region träumt.